Lernmethoden

Immer vorbereitet sein auf Exen/Abfragen:
Es gibt viele Methoden, etwas zu lernen und jede hilft je nach Mensch mehr oder weniger gut. Aber meine Lieblingsmethode eignet sich, wie ich glaube, für alle, die einen längeren Schulweg in Zug/Bus/U-bahn haben und jeden Tag eine Viertelstunde ihrer Zeit opfern können (zusätzlich zu Hausaufgaben und lernen für Schulaufgaben oder größere Tests). Sie hilft, das Wissen länger im Kopf zu behalten und bereitet euch immer auf Abfragen und Exen vor, wobei sie nur minimalen Aufwand kostet.

Man braucht dazu: eine handliche, aber nicht zu kleine Karteikarte (wahlweise ein zweimal gefaltetes Blockblatt) und einen dünnen Stift (ich nehme 0.3mm, außerdem ist eine kleine, saubere Handschrift von Vorteil, ansonsten bitte mehr Papier einplanen).


Jeden Abend vor dem Zubettgehen (wenn möglich sollte das Hirn noch funktionsfähig sein) 15 bis 20 Minuten einplanen. Für jedes Fach am nächsten Tag das Wichtigste (gerne auch alles) des letzten Hefteintrages auf die Karteikarte schreiben (ich brauche eine Seite von der Karte für ein Fach). Sicherstellen, dass zu ALLEN Fächern des nächsten Tages etwas auf der Karte steht. Karte bereitlegen und am nächsten Tag mitnehmen, am besten griffbereit in der Jackentasche. Während der Fahrt/beim Warten/in den Pausen also überall, wo Zeit ist, die Karte(n) von vorn bis hinten durchlesen. Das Wissen ist dann sicher abgespeichert, wenn man alles auswendig aufsagen und erklären bzw. mit zusätzlichem Wissen ergänzen kann.

Fordert euch auch mal heraus, indem ihr Schaubilder nicht beschriftet oder Stichpunkte weglasst.

Büffeln vor wichtigen Tests (Bulemielernen):
Ich lege mir alle Materialien, die ich brauche zurecht, also Schulbuch, Arbeitsblätter, Hefteinträge, Mitschriften und so und lese mir alles nochmal durch, dabei sortiere ich schonmal alles grob.
Dann fasse ich alle wichtigen Infos aus allen Quellen zusammen und markiere Fachbegriffe, wichtige Details und Unverständliches in verschiedenen Farben, dabei schreibe ich mir auch gleich Fragen auf, die ich dann recherchieren oder nachfragen kann.
Die Zusammenfassung gehe ich mehrmals durch, über mehrere Tage hinweg, damit ich mir alles einprägen kann.
Mein Ziel ist es, kurz vor dem Test alles auswendig zu wissen und auch mit eigenen Worten wiedergeben zu können, deshalb halte ich meiner Mutter oder einem imaginären Publikum auch mal Vorträge darüber und versuche dabei, so wenig wie möglich in die Aufzeichnungen zu sehen.
Dieses recht kurzfristige Lernen von vielen Informationen hält allerdings nicht lange an, wenn man es nicht wiederholt. Deshalb heißt es ja auch Bulemielernen.

Lernen durch Üben (z.B. Mathe, Physik, Chemie, Informatik...)
Bei Fächern, bei denen ich spezielle Aufgaben bearbeiten muss, statt Auswendiggelerntes blind hinzuschreiben, schließe ich an die Zusammenfassung des Stoffes, bei denen ich vor allem Formeln und Schritt-für-Schritt Anleitungen zusammentrage, Übungen an.
Was sich für mich bewährt hat, ist die im Unterricht besprochenen Beispielaufgaben oder korrigierte Hausaufgaben nacheinander nochmal auf einem gesonderten Blatt zu bearbeiten. Dabei schaue ich erst auf die Lösung (deshalb korrigiere ich auch alle Hausaufgaben mit), wenn ich die Aufgabe vollständig bearbeitet habe oder wirklich nicht mehr weiter weiß (dabei empfiehlt es sich jedoch, zuerst auf die Zusammenfassung und dann erst auf die Lösung zu schauen).
Wenn ich Aufgaben nicht gut lösen konnte, also Probleme hatte, bearbeite ich sie am nächsten Tag nochmal. So prägen sich Lösungsansätze und Vorgehen bei Standardaufgaben sehr gut ein und man verinnerlicht sogleich auch die Theorie.

Lernen durch Anwenden (bei Sprachen und Geisteswissenschaften z.B. Ethik, Kunst...)
Ähnlich wie das Üben ist das Anwenden. Der Unterschied ist, dass man nicht die im Unterricht bearbeiteten Aufgaben (wenn man überhaupt welche macht, denn ich habe die Erfahrung, dass meistens nur Theorie besprochen wird) wieder und wieder bearbeitet, sondern versucht, nach dem Zusammenfassen des Stoffes das Gelernte in Alltagssituationen anzuwenden.

Bei Sprachen empfiehlt es sich natürlich immer, eine Kartei oder ein Vokabelheft zu führen. Aber viel wichtiger ist, die Wörter in Sätzen unterbringen zu können und vorgegebene Sätze zu verstehen. Also lese Bücher/Zeitschriften/Internetseiten auf der Sprache, sie du lernst oder schaue Filme/Serien/YouTube-Videos auf der Sprache. Außerdem solltest du oft in der Sprache schreiben und sprechen. Um Frustration zu vermeiden, passe die Art des Geschriebenem deinem Niveau an oder dem, was du gerade üben musst. Baue auch bewusst Wörter und Satzstrukturen ein. Du musst auch nicht viel schreiben, ein kleiner Absatz pro Tag reicht schon. Schreibe z.B. Tagebucheinträge oder Briefe über dich, deine Familie, dein Haus, die Schule etc. Du kannst dich auch an den Kapiteln im Schulbuch orientieren.
Wenn dein Niveau steigt, schreibe Mediationen, Essays und Abhandlungen.
Du wirst sehen, du kannst immer spontaner korrekte Sätze formulieren und deine Meinung ausdrücken, auch wenn du gerade keinen Gesprächspartner hast.

Für Geisteswissenschaften sehen Anwendungsfälle natürlich anders aus und sind je nach Fach spezifisch. Sobald du aber merkst, dass Fragestellungen häufig auftreten, stelle dir doch solche Fragen zu alltäglichen Themen.

Z.B. beurteile ethisch, ob Schulpflicht moralisch ist oder was Kant dazu sagen würde, wenn du einen Tag die Schule schwänzt. 
Oder analysiere den geografischen Lebensraum in deinem Garten.

Lernen, zu verstehen
Ein Fach zu verstehen, sodass man fast nichts mehr dafür lernen muss, ist die Königsdisziplin des Lernens.
Leider kann man das Verstehen nicht erlernen. Aber was vielleicht dabei hilft, ist ein Interesse und eine Begeisterung für das Fach, die über die im Unterricht behandelten Themen hinaus geht, also sich übers Internet damit zu beschäftigen und weitere Infos zu sammeln.
Zusammenhänge zu erkennen, macht das Verstehen auch aus. Um diese zu erkennen, kann es helfen, sich Mind-maps zu machen.
Nun, meine Überzeugung ist es, dass man bereits eine Veranlagung für ein Fach haben muss, um es Verstehen zu können, ohne zu Lernen. Diese Veranlagung kann aber auch lange in dir schlummern.
Ich zum Beispiel habe als Kind gerne gemalt - natürlich nicht schön. Im Gymnasium habe ich dann nicht mehr so gerne gemalt, ich hatte ja andere Sachen zu tun, die ich auch besser konnte. Bis zur siebten Klasse habe ich Blödsinn gemalt, wie ein kleines Kind oder wie halt andere normale Menschen. Aber in den Sommerferien von der 6. auf die 7. Klasse habe ich so ein DS-Spiel ausprobiert (Art Academy), das angeblich beibringen sollte, wie man zeichnet und malt. Außerdem habe ich angefangen, Manga zu zeichnen. Und ab der 7. Klasse war ich echt gut in Kunst, bin jetzt im Additum (mache also in Kunst schriftlich ABI) und male und zeichne auch in meiner Freizeit. (wen meine Kunst interessiert kann auf meinem anderen Blog gucken -> Cherryblossomcloud) Das hätte ich mir nie gedacht, aber anscheinend hatte ich eine künstlerische Ader in mir und konnte so die Techniken gut lernen. Ich musste mir nur mal einen Anstoß geben.

Ich hoffe, das bringt euch was und viel Erfolg beim Lernen!

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